Wer im Verein mit Kindern oder Jugendlichen arbeitet, kann schnell an seine Grenzen stoßen. Wie kann ich Kinder für etwas begeistern? Was darf ich, was muss ich, was darf ich nicht? Wie kann ich minderjährigen Vereinsmitgliedern bei Problemen in und außerhalb des Vereins helfen? Auf diese und viele andere Fragen gibt die Ausbildung für die Jugendleiter*in-Card, kurz Juleica, Antworten. Sie vermittelt Ehrenamtlichen nach bundesweit einheitlichen Standards Inhalte zu Gruppenpädagogik, Aufsichtspflicht, rechtlichen Grundlagen, Prävention und vieles mehr.
Die Schulung kombiniert acht interaktive Module mit einem Präsenzwochenende. Alle neun Elemente sind für das Erlangen der Juleica zwingend vorgeschrieben. Leider sehen die Planungen der federführenden BDK-Jugend derzeit nur noch zwei Durchläufe der acht Internet-Unterrichtseinheiten pro Jahr vor. Der erste ist bereits beendet. Der zweite Durchlauf findet an folgenden Terminen statt: 31. August, 2., 14., 16., 21., 23., 28. und 30. September. Verpasste Elemente können nur bei einem Durchlauf in der ersten Jahreshälfte 2027 nachgeholt werden. Die Termine stehen allerdings noch nicht fest.
Die Präsenz-Veranstaltung im Geltungsbereich des LRN findet in diesem Jahr bereits Mitte Juli statt. Der Termin wurde uns erst vor einigen Tagen von der BDK-Jugend mitgeteilt. Die Präsenz-Schulung findet am Freitag, 17. Juli, 18 bis 21 Uhr, am Samstag, 18. Juli, von 9 bis 21 Uhr und am Sonntag, 18. Juli, von 9 bis 16 Uhr statt. Der Veranstaltungsort wird wahrscheinlich Oberhausen sein. An diesem Schulungswochenende gibt es insbesondere praktische Übungen, die digital nur schwer zu vermitteln sind. Teilweise wird das online erlangte Wissen aber auch vertieft.
Wer die Jugendleiter-Card bekommen möchte, muss zudem die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs nachweisen, der nicht länger als drei Jahre zurück liegen darf.
Die Teilnahmegebühr beträgt 95 Euro und beinhaltet Unterrichtsmaterial. Verpflegung ist im Preis nicht enthalten, würde aber - falls die Schulung nicht wegen Unterschreitung der Mindestteilnehmerzahl ausfallen muss - von der Verbandsjugend des LRN ohne Mehrkosten gestellt.
WICHTIG! ACHTUNG!: Der LRN ist nur Ausrichter des Präsenzwochenendes. Herrin der gesamten Juleica-Ausbildung ist die BDK-Jugend. Eine Anmeldung ist daher nur über die BDK-Jugend möglich. Alle Infos sind im Internet unterwww.bdk-jugend.de/aktionen/juleica zu finden. Dort kann man sich auch anmelden.

Laut, bunt, quirlig und gut gelaunt. Mit diesen Worten kommt man eigentlich aus, um den Närrischen Jugendtreff des LRN zu beschreiben. Bei der 37. Auflage der Traditionsveranstaltung zeigten am 26. Oktober 2025 rund 320 Kinder und Jugendliche aus sechs Kommunen ihr Können. Dabei hatten die Kinder und die Zuschauer in der voll besetzten Walsumer Stadthalle jede Menge Spaß, während die LRN-Verbandsjugend, die bei dem Trubel seit 16 Jahren Regie führt, wie immer anschließend ziemlich platt war.
Der Sinn der Veranstaltung hat sich seit mehr als vier Jahrzehnten nicht verändert: Kinder und Jugendliche erhalten kurz vor Sessionsbeginn die Chance, sich ohne Erfolgsdruck auf einer großen Bühne vor großem Publikum auszuprobieren. Sozusagen eine öffentliche Generalprobe, die für einige der jungen Akteure den allerersten öffentlichen Auftritt überhaupt bedeutet. Das geht nicht ohne Lampenfieber.
Diesmal waren 16 Vereine aus Duisburg, Oberhausen, Essen, Dinslaken, Ratingen und Emmerich dabei. Das Schwergewicht der insgesamt 33 Darbietungen lag beim klassischen Gardetanz. Seit Jahren steigt auch der Anteil der Solo-Darbietungen. Doch auch über bunte Show-Darbietungen durften sich die Zuschauer freuen.
Besonders beeindruckend war dabei der erste gemeinsame Auftritt der verschiedenen Kinder- und Jugendabteilungen der Prinzengarde Rot-Weiß Ratingen, die unter dem Motto "Manege frei!" gleich 38 Zirkusdirektorinnen und zwei Direktoren tanzen ließ. Andere Tanzgruppen nahmen die Zuschauer auf eine Urlaubsreise mit oder entführten in die Welt des Rennsports.
Über Schule, Eltern und sonstiges Ungemach machte sich die einzige Büttenrednerin im Programm lustig. Adele Piller kann aber nicht nur Pointen abschießen. Im Laufe des Nachmittags war sie auch gemeinsam mit den anderen Tänzerinnen der KTV Rheinhausen zu bewundern.
Ins "Kamelleland", so das Motto und die Bühnendekoration des Jugendtreffs, regneten nach dreieinhalbstündigem Programm leider keine Süßigkeiten, dafür aber die traditionellen Luftballons. Erstaunlicherweise reagierte Laura Eisenhut, Vorsitzende der LRN-Verbandsjugend auch nach der Veranstaltung noch auf ihren Vornamen. Wie oft sie ihn an diesem Tag hörte, weiß sie nicht. Wie viel Schritte sie trotz Sprechfunk zurück legte, zählte ihr Smartphone allerdings genau: 17.000.
Trotz schmerzender Füße war die Chef-Organisatorin des Jugendtreffs sehr zufrieden. "Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und der einzige Einsatz der Sanitäter war die Kühlung eines umgeknickten Fußes." An dieser Stelle dankt das Präsidium des LRN ihr, dem Jugendvorstand und allen Helfern, die zum Erfolg beigetragen haben. Ein großer Dank gebührt aber auch allen Eltern und Betreuern, die mal wieder Taxi spielen durften. Ohne sie gäbe es keine einzige Tanzgarde und auch keinen Jugendtreff. (bm)
Der Landesverband ändert seine Frist für die Antragstellung von LRN-Verdienstorden. Orden, die bereits bei Veranstaltungen im November verliehen werden sollen, müssen bis zum 15. September beantragt werden. Auszeichnungen, die ab Neujahr bis zum Aschermittwoch verliehen werden sollen, müssen spätestens am 15. November beantragt werden.
Die neuen Fristen lösen die bisherige Regelung ab, nach der LRN-Verdienstorden bis zum 30. September beantragt werden mussten. Sie ermöglichen den Vereinen damit eine flexiblere Handhabung ihrer Ordensanträge.
Frank Prömpeler, Vize-Präsident des Bundes Deutscher Karneval, hat bei der jüngsten Mitgliederversammlung des LRN auf Probleme bei der Bearbeitung von Anträgen für BDK-Verdienstorden hingewiesen. Es sei ratsam, die Anträge "spätestens sechs Wochen vor dem geplanten Verleihungstermin" über das Mitgliederportal zu stellen. Im Einzelfall könne es sonst sehr eng werden.
Das ist angesichts des Bearbeitungsganges schon fast eine Untertreibung: Denn der Antrag wird zunächst vom BDK dem LRN zur Stellungnahme übermittelt, der in diesem Zusammenhang eventuelle Unstimmigkeiten klären muss. Eine abschließende Bearbeitung des Antrags durch die Geschäftsstelle des BDK erfolgt erst nach der Stellungnahme des Landesverbandes. Und natürlich auch erst dann, wenn der den Ordensantrag stellende Verein die Rechnung des BDK bezahlt hat. Die von Frank Prömpeler genannten sechs Wochen scheinen da immer noch recht knapp bemessen zu sein.
Zwei neue Gesichter im LRN-Vorstand
Im Vorstand des Landesverbandes Rechter Niederrhein im Bund Deutscher Karneval gibt es zwei "Neue". Bei der Jahreshauptversammlung wurde Frank Eisbrüggen zum Geschäftsführer des Verbandes gewählt. Der 58-jährige Spezialist für Oberflächenentwicklung bei Thyssenkrupp Steel aus Duisburg ist seit fünf Jahrzehnten im Karneval aktiv. Er gehörte dem Präsidium bis 2005 bereits elf Jahre lang an und ist seit 30 Jahren Mitglied des LRN-Förderkreises. Frank ist wohl das erste Ehrenmitglied des LRN, das aktiv in die Vorstandsarbeit zurück kehrt. Eisbrüggen folgt Sandra Kleps nach, die sich nach drei Jahren als Geschäftsführerin nicht zur Wiederwahl stellte. Zur Beisitzerin Tanz wurde Pia Giesen gewählt. Die 35-Jährige ist seit 30 Jahren aktive Tänzerin und leitet seit zehn Jahren die aktuell 55 Mädchen starke Tanztruppe der KG "Närrische Elf" in Essen. In den kommenden drei Jahren soll Pia sich darauf vorbereiten, 2027 die Position des LRN-Tanzwarts von Beate Drießen zu übernehmen. Beate, die vor 22 Jahren ebenfalls als Beisitzerin Tanz im Präsidium des LRN startete, will sich dann aus der Verbandsarbeit zurück ziehen. Auch Protokollführer Bodo Malsch und Beisitzer Gerd Rien kündigten vor der Wiederwahl ihre letzte Amtsperiode im Vorstand an. Dirk Bonkhoff, seit sieben Jahren an der Spitze des LRN, bleibt dem Verband als Präsident erhalten. Schatzmeister Mark Sarres, Beisitzer Christoph Markes und die Beisitzerinnen Iris Walter und Mascha Dähne wurden ebenfalls für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Alle Präsidiumsmitglieder des Landesverbandes wurden übrigens einstimmig, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen von der gut besuchten Mitgliederversammlung gewählt.

Eine der Gruppen aus dem Praxis-Unterricht. Ganz rechts Referentin Anika Bornemann (Foto: Mark Sarres)
Da war LRN-Tanzwart Beate Drießen kurzzeitig überglücklich gewesen. Für die Grundschulung und die Fortgeschrittenenschulung Gardetanz, die Ende April - erstmals - an einem Wochenende stattfinden sollten, hatten sich so viele Trainerinnen wie noch nie angemeldet. Es gab 71 Anmeldungen für die Grundschulung am Samstag und 56 für die Fortgeschrittenenschulung. Doch nur eine Woche vor den geplanten Terminen kam das böse Erwachen: Es meldete sich der Schulungsstab des Bundes Deutscher Karneval und teilte mit, dass die vorgesehene Referentin aufgrund ärztlicher Anordnung ausfalle und der BDK leider keinen Ersatz habe.
Immerhin rang sich die Leiterin des Schlungsstabes, Anika Bormann, dann dazu durch, wenigstens am Sonntag persönlich die Vertretung zu übernehmen. Beate Drießen traf unter diesen Umständen die schwere Entscheidung, die Fortgeschrittenenschulung komplett abzusagen und die Grundschulung auf zwei Tage zu verteilen. Hatte sie schon bei der Planung und Vorbereitung des Schulungswochenendes keine Langeweile gehabt, so kam sie jetzt noch mal richtig ins Schwitzen: Ihr stand nicht mal mehr eine Woche zur Verfügung, um den Teilnehmern der Fortgeschrittenenschulung abzusagen und jene, die an der Grundschulung teilnehmen wollten, damit zu überraschen, dass sie nun an zwei Tagen nach Oberhausen kommen sollten. Denn die Theorie fand nun am Samstag, die Praxis am Sonntag statt.

Nein, Präsident Dirk Bonkhoff nahm nicht an der Schulung teil. Er stärkte der leidgprüften Beate Drießen nur moralisch den Rücken.
Mit Rücksicht auf die Lebensplanung der Teilnehmerinnen wurden für Theorie und Praxis jeweils zwei Gruppen angeboten: eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Dennoch gab es 20 Absagen. Viele konnten ihren Terminkalender so kurzfristig einfach nicht umstellen. Da andererseits einige aus einer Warteliste nachrückten, fand die Grundschulung zuletzt doch noch mit immerhin 48 Teilnehmern statt, von denen zwei aber nur den theoretischen Teil am Samstag mitmachten. Insgesamt nahmen 25 Vereine teil, darunter auch einer aus Braunschweig, einer aus Düren und einer aus dem Bereich des Bund Ruhr Karnevals.
"Wir hatten sogar einen männlichen Teilnehmer dabei", hebt Beate Drießen hervor. Und äußert trotz der unerfreulichen Begleitumstände Lob für Anika Bornemann aus Baunatal, die als Leiterin des Schulungsstabes kurzfristig für den Sonntag einsprang, und für Tim Ulhas, der die Theorie vermittelte. "Sie haben ihr Fachwissen kompetent an die Teilnehmer weitergegeben, die auch rege am Unterricht teilnahmen, viele Fragen hatten und viel aus den Schulungen mitnehmen konnten", so Beate Drießens Fazit.