Beim 31. Närrischen Jugendtreff des LRN zeigte der Nachwuchs sein Können

Abby blieb ganz gelassen. Noch kurz vor dem Auftritt nuckelte das jüngste Mitglied der Kindergarde der KG Marxloher Jecken an seinem Schnuller herum. Aber Abby ist erst zwei Jahre alt. Um  sie herum herrschte in der Walsumer Stadthalle am Sonntagnachmittag deutlich mehr Nervosität. Schließlich war der Auftritt im Schulzentrum am Driesenbusch für viele Kinder und Jugendliche der erste Auftritt nach langer Sommerpause und für einige Akteure der erste überhaupt.

18 Vereine nutzten beim 31. Närrischen Jugendtreff des Landesverbandes Rechter Niederrhein im Bund Deutscher Karneval, bei dem seit acht Jahren die Verbandsjugend Regie führt, die Möglichkeit dazu. „Gemeinsam sind wir stark“, so das Motto des Treffens. Vor nicht ganz ausverkauftem Haus zeigten rund 250 Akteure im Alter zwischen zwei und 18 Jahren bei dem dreieinhalbstündigen Programm ihr Können. Neben Karnevalsgesellschaften aus Oberhausen, Dinslaken und Essen waren die Duisburger Vereine traditionell besonders stark vertreten.

Die Mini-Lollypops der 1. KG Weiß-Grün Ruhrort erfreuten mit einem farbenprächtigen Ausflug ins Regenbogenland. Riesenapplaus gab es für den Showtanz der Tanzsportgemeinschaft  Rheinhausen und der KTSV Meiderich, der zu Titeln der Neuen Deutschen Welle einen Banküberfall probte, durfte sich sogar über lautstarke Forderungen nach einer Zugabe freuen. Die Piraten des Südens retteten ihren Auftritt in letzter Sekunde: Zu Beginn hatten sie statt ihrer CD mit der Auftrittsmusik nur eine leere Hülle abgegeben. Die silberne Scheibe mit der Musik erreichte, dank eines schnellen Autos, die Halle gerade noch rechtzeitig.

Starke Leistungen zeigten auch zahlreiche Mariechen. Victoria Bachmann von der KAB St. Barbara „Echte Freunde“ legte einen souveränen Auftritt auf die Bühne. Und beeindruckende Solos mit akrobatischem Einschlag zeigten Lily und Selina vom KTSV Meiderich. Das Moderatoren-Duo Maurice und Lisa, das sich passend zum Bühnenbild als Minions verkleidet hatte, kam mit geklatschten und getrampelten Beifalls-„Raketen“ kaum noch nach.

„Dass die Kinder hier ohne Leistungsdruck vor Beginn der Session auf einer großen Bühne und vor großem Publikum auftreten können, ist uns ganz wichtig“, betonte der neue LRN-Präsident Dirk Bonkhoff. „Die Jugend soll zeigen was sie kann, denn ohne Jugend haben wir keine Zukunft.“ Und er versprach, dass es auch 2018 einen Närrischen Jugendtreff geben werde.

Autor: Bodo Malsch